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Die digitale Welle reiten oder untergehen

Markus Sommer spricht über Konsequenzen und Chancen der zunehmenden Digitalisierung und Vernetzung / Veranstaltung des Verbundes familienfreundlicher Unternehmen e. V. bei Big Dutchman in Vechta-Calveslage

Mit einer Flut verglich Markus Sommer die Entwicklung von neuen Technologien am Donnerstagabend in seinem Vortrag „Einfluss von Social Media und Digitalisierung“. „Also besser wir haben ein Surfbrett und reiten die Welle oder wir gehen unter“, so seine Botschaft an die rund 40 Teilnehmer. Eingeladen zu der Veranstaltung hatte der Verbund familienfreundlicher Unternehmen e. V. Oldenburger Münsterland. Gastgeber war an diesem Abend das Mitgliedsunternehmen Big Dutchman in Vechta-Calveslage. Im Rahmen einer Betriebsbesichtigung stellten die Personalreferentinnen Carolin Schlömer und Britta Deux sowie Personalleiter Jürgen Baller das Unternehmen vor, das mit weltweit 2500 Mitarbeitern Marktführer für Stalleinrichtungen und Fütterungsanlagen für die moderne Haltung von Geflügel und Schweinen ist.

Markus Sommer, der sich selbst als „Digital Evangelist“ bezeichnet, ist Geschäftsführer der Firma locpunct.de aus Essen, die digitale Konzepte und Strategien für Unternehmen anbietet. „Neue Technologien entwickeln sich exponentiell mit zunehmender Geschwindigkeit. Das verändert unser Verhalten und es entstehen neue Kulturtechniken und kulturelle Veränderungen“, so Sommer.

Mit einigen Zahlen verdeutlichte er die Bedeutung, die das Internet und Soziale Medien heute bereits haben. So nutzen nach seinen Angaben 77,2 % der Deutschen das Internet, davon 51 % mobil. 19 Millionen Menschen in Deutschland sind täglich auf Facebook. Tendenz stark steigend. Internetanbieter wie Google haben die Entwicklungen erkannt und sichern sich zum Beispiel bereits Banklizenzen. Welche Bedeutung das in Zukunft für die Bankunternehmen haben könnte, lasse sich nur erahnen. 

An einem Beispiel aus der Musikwelt beschrieb Markus Sommer die kulturellen Veränderungen, die neue Technologien, Digitalisierung und Vernetzung mit sich bringen. Früher habe man Musik physisch besessen, z. B. in Form von Plattensammlungen. Dann entwickelte sich der Trend, Musik in digitaler Form zu besitzen. Heute möchte man nur noch den Zugang zu Musik haben, aber Musik nicht mehr besitzen. Mit Zukunftsszenarien zeigte Markus Sommer, wie sich der Alltag verändern kann. So könnten zum Beispiel Einkaufslisten allein auf Basis gesammelter Daten zu den Personen automatisch erstellt werden.

Für Unternehmen bedeute die zunehmende Digitalisierung und Vernetzung vor allem: Die Macht verschiebt sich vom Anbieter zum Nachfrager, Prozesse werden transparent und die Geschwindigkeit steigt. Um diese Herausforderungen zu meistern und die sich bietenden Chancen wie neue Geschäftsmodelle oder neue lukrative Ansätze entlang der Wertschöpfungskette zu nutzen, müsse Digitalisierung zur Chefsache im Unternehmen erklärt werden, fordert Markus Sommer. Das sei auch mit Blick auf den Datenschutz erforderlich. Das Unternehmen müsse die Rahmenbedingungen schaffen, um neue Technologien und die neue Kultur kennenzulernen. Nur so könne ein Unternehmen die Veränderungen mitgestalten und wirtschaftlich erfolgreich daran partizipieren“, so sein Fazit.


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