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Neuer Sprachkurs nur für Mütter

Angebot inklusive Kinderbetreuung soll Flüchtlinge auf deutsches Berufsleben vorbereiten

Angebot inklusive Kinderbetreuung soll Flüchtlinge auf deutsches Berufsleben vorbereiten

Ob mit oder ohne Vorkenntnisse: Der Lehrgang in Steinfeld bietet neben Unterricht auch Gruppenarbeit und Einzelcoaching an.
Ein neuer Sprachkurs in Steinfeld bietet geflüchteten Frauen einen Deutschkurs mit separater Kinderbetreuung. Das Projekt ist eine Zusammenarbeit der Koordinierungsstelle Frauen und Wirtschaft Vechta mit dem Bildungsträger Vita Akademie in Steinfeld. Es besteht aus drei Modulen, wovon das erste die berufsbezogene Sprachförderung behandelt und auf viereinhalb Monate begrenzt ist. In dieser Zeit sollen Mütter für das Arbeitsleben in Deutschland gerüstet werden. Seit August findet der Kurs bereits im alten Pfarramt in Steinfeld statt. Dozentin Pirasanthy Jeyabalachandran lehrt 24 Teilnehmerinnen im Alter von 22 bis 60 Jahren. Der Unterricht geht montags bis donnerstags von 8 bis 12.15 Uhr. Währenddessen betreut eine Sozialpädagogin die Kinder in einem getrennten Raum. Auch in Lohne wird diese Dienstleistung unter Dozentin Ann-Christin Nordlohne angeboten. Meist hätten geflüchtete Frauen nicht die Möglichkeit, die deutsche Sprache zu lernen oder ihre vorhandenen Sprachkenntnisse auszubauen, da sie sich persönlich um die Betreuung ihrer Kinder kümmern müssen, erläutert Gaby Middelbeck, Leiterin für weibliche Geflüchtete im Oldenburger Münsterland. Des halb bietet dieser Kurs beides an.
Durch die Beaufsichtigung der Kinder vor Ort ersparen sich die Mütter viel Fahrerei und Zeit. Bei dem Unterricht werden neben der reinen berufsbezogene Sprache auch persönliche und soziale Kompetenzen vermittelt. Außerdem gebe er den Geflüchteten eine interkulturelle Orientierungshilfe, fügt Jana Reinke von der Vita Akademie Vechta an.

Migrantinnen aus Kriegsgebieten wie Syrien und dem Irak, Frauen aus Sri Lanka oder Osteuropa   lernen   in   derselben Gruppe. „Trotzdem findet eine lebhafte Kommunikation statt“, sagt Sozialarbeiterin Elke Oltrop. Kulturelle und sprachliche Differenzen würden die Teilnehmerinnen nicht von einem Austausch abhalten. Im Gegen- teil: Dadurch, dass jede unter- schiedliche Voraussetzungen mitbringe, würden die Frauen sich gegenseitig helfen, argumentiert Jeyabalachandran. Ihr ist es besonders wichtig, die Mütter auf ein eigenständiges und selbstverantwortliches Berufsleben in Deutschland vor- zubereiten. Mit abwechslungsreichen Aufgaben und sowohl Einzel,- als auch Gruppenarbeit versucht die Lehrerin jeder Schülerin gerecht zu werden und den Unterricht lebendig zu halten. Das Lehrbuch hilft ihnen auch zuhause zu lernen oder sich auf einen anstehenden Test vor- zubereiten. Die Pädagogin bekräftigt, dass obwohl Deutsch anspruchsvoll sei, die Frauen motiviert und dankbar sind, die Sprache zu lernen. „Die sind froh, dass sie hier sind und dass es hier friedlich ist“, ergänzt Middelbeck.